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wealth and mobility: Der Kreis schließt sich

Dies ist sozusagen eine Trilogie. Oder ein Kreis. Die anderen Teilstücke finden sich hier: Teil I; Teil II

An einem Tag im September 2012 half ich meiner Freundin beim Umziehen. Zugegebenermaßen hatte ich keine Lust und nach meinem Verständnis auch keine Zeit. Ich war ja mit meiner so ungemein wichtigen Masterarbeit beschäftigt, die ich gerne auch meinen Freunden vorzog in diesen Tagen. Der einzige Grund, warum ich dennoch anderen Leuten regelmäßig beim umziehen half in dieser Zeit war, dass ich selbst nach dem Ende meines Masters wegziehen wollte und Hilfe benötigen würde. Da war es nicht schlecht, wenn es schon Menschen gab, die bei einem in der Schuld standen. Berechnend zwar, aber wahr.
Es war noch dazu ein herrlicher sonniger warmer Tag, wie er in Berlin nur selten vorkommt. Der Umzug war bei meiner Aankunft um 10 Uhr morgens noch in keinster Weise vorbereitet und mir schwante Böses. Stundenlang schleppten wir schlecht gepackte, überfüllte oder zum Umziehen generell ungeeignete Bananenkisten treppauf und treppab. Als alles in der neuen Wohnung war, das war so am späteren Nachmittag, als es definitiv zu spät für den See war, gab es mindestens Pizza. Meine Freundin begleitete mich zur Tür, entschuldigte sich, dass sie mich von der Arbeit an meiner Masterarbeit abgehalten hatte, wogegen ich ausdrücklich widersprach und da stand ihr alter Fernseher vor der Tür. Sie schaute auf ihn hinunter und sagte: “Oh, den haben wir vergessen. Das macht nichts, der kommt eh erstmal in den Keller. Mein Freund hat einen neueren und nicht mal den gebrauchen wir oft.”
Sie lieh ihn mir. Als Dauerleihgabe.

Im August 2013 war meine Masterarbeit endlich Geschichte und ich im Umzugsstress. Eine Woche um mein Leben in Kisten zu verpacken, alle Leute zu verabschieden und in einer anderen Stadt in einem anderen Land anzukommen. Ich traf auch meine Freundin in dieser Woche. Und ich fragte sie ein bisschen ängstlich, was denn mit ihrem Fernseher sei. Ich hoffte, dass sie nicht erwartete ich würde ihn selbst zurückbringen. Ich hatte kein Auto und keine Zeit für Umstände. Sie sagte aber etwas ganz anderes. Sie sagte, sie brauche ihn eigentlich nicht und sie würde ich überlegen, ob ich ihn nicht behalten könne. Zwei Tage später rief an und wünschte ihrem alten Fernseher alles Gute auf der Reise ins Ausland.
Ich habe wieder einen Fernseher. Wir sind sehr glücklich miteinander.