Undo

If you could un-invent something, what would it be? Discuss why, potential repercussions, or a possible alternative.

Das Handy. Es ist klar, dass das jetzt schlecht geht mit all den Zusatzdingen. Handys können ja nicht nur telefonieren sondern ins Internet und alles. Das finde ich auch gut. Das mit der globalen Erreichbarkeit allerdings nicht. Ich telefoniere gerne. Zu Hause. Auf meinem Sofa. Am Abend. Dann gerne auch stundenlang. Ich hasse das Telefonieren in öffentlichen Verkehrsmitteln, auf Straßen, im Büro etc. Eigentlich hasse ich das Telefonieren an jedem Ort, der nicht bei mir zu Hause ist. Niemals könnte man mich dabei treffen, wie ich in der S-Bahn lange Gespräche über mein Privatleben führe oder ähnliches. Auch bei der Arbeit angerufen zu werden ist mir unangenehm. Ich bin dann bei der Arbeit. Es irritiert mich, dann mit anderen Menschen über was anderes zu reden. Sie sollen später anrufen. So ist das.

Ich verstehe, wenn man mich kurz anruft, um zu sagen, dass man später kommt. Nicht, dass ich es mag. Wenn es keine Handy gäbe, müssten die Menschen einfach wieder pünktlicher sein. Wie früher, wenn ich mich mit meiner Freundin an der Ecke verabredet habe. Da gab es auch keine Handys.

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A room of one’s own

A genie has granted your wish to build your perfect space for reading and writing. What’s it like?

Eine Bibliothek. Decken ca. 4 Meter hoch. Bücherregale bis an die Decken. Dazwischen an einer Wand Fenster. Sie gehen von Hüfthöhe bis fast zur Decke. Die Bibliothek liegt im Erdgeschoss und vor dem Fenster ist ein Park. Bäume und Sträucher. Sonne scheint durch die Fenster in die Bibliothek. Die Regale sind aus schwerem dunklen Holz. Die Bücher sind alt, aber sie riechen nicht gammlig oder feucht oder schimmelig. Es riecht gut, nach Holz und nach Büchern. Es gibt vor allem wertvolle in Leinen und Leder gebundene Bücher. Ich weiß nicht, was ich mit den Taschenbüchern gemacht habe, aber sie sind wonders. Auf dem Boden liegt ein dicker alter Perserteppich. Viel dunkelrot, aber er ist schon abgenutzt und die Farben sind verblast. Außerdem steht in der Bibliothek ein Schreibtisch. Groß und massiv. Er steht frei im Raum. Darauf eine grüne, mir scheint, englische Lampe. Außerdem gibt es eine Chaiselongue. Auf dem Boden um den Schreibtisch liegen Bücher und auch neben der Chaiselongue. Es ist gemütlich und warm. Ein bisschen dunkel, außer, wenn gerade die Sonne hereinscheint. Aber nicht gruselig dunkel, sondern gemütlich dunkel. Ich mache mir schon nicht die Augen kaputt. Aber die Bücher brauchen es auch eher dunkel. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass es vielleicht eines Tages keine Bücher mehr gäbe und da auf dem Schreibtisch und um den Schreibtisch nur ein Macbook Air liegt. Und alle Bücher in einer cloud. Irgendwo.

Wie die Zeit vergeht

Would you rather have the ability to slow down time whenever you want, or to speed it up?

Oft wünscht man sich die Zeit verginge schneller, aber nur selten wünscht man sich, sie bliebe stehen. Dabei sind diese wenigen Gelegenehiten unvergleichlich bedeutender.

In Wahrheit werden dem Menschen vielleicht nur einige wenige solcher Momente gegeben. Die für immer sind.

Es ist Nacht. In Karlsruhe. Mein Zimmer. Grüner Teppichfussboden. Ich sehe immer grünen Teppichfussboden. Dabei war der Fussboden in meinem Zimmer grau-meliert. Der Fussboden im Flur war grün. Der Fussboden, den wir zusammen verlegt haben. An einem Wochenende im Dezember vor mittlerweile drei Jahren. Abends ging ich zu meiner Freundin und wir schauten Love… actually.

Aber das war ein anderer Abend als der, an dem der Teppichfussboden in meinem Zimmer grün war.

Who wants to live forever?

Would you rather read-minds or live forever?

Zuerst und intuitiv: read minds.

Who wants to live forever? Das einzig wirklich Beruhigende an dieser Welt ist doch, dass es nicht für immer so weitergeht. Dass nichts bleibt. Nicht das Gute und auch nicht das Schlechte. Aber manchmal finde ich auch die einzige Beruhigung in der Tatsache, dass ich nicht für immer hier bleiben muss. Dass ich sogar gehen kann, wenn ich will.

Wobei ich doch glaube, es werde weitergehen. Nach dem Tod.

Und meine Seele spannte

weit ihre Flügel aus

flog durch die stillen Lande

als flöge sie nach Haus.

– Josef von Eichendorff

Dass ich dann Raum und Zeit überwinde. An die Orte zurückkehren kann, an denen ich schon Jahre nicht mehr gewesen bin. Nicht mehr gehen kann, weil sie nicht mehr existieren. Nur noch in mir. Wie war das noch mit der Hoffnung…

Nichts bleibt für immer in dieser Welt. Ich weil nicht die einzige sein, die alle kommen und gehen sieht.